Einklang als Vorgang. Wie Stimmen vor dem Konzert, dieses Chaos aus einzelnen Tönen, die erst mal gar nicht zusammenpassen. Und trotzdem ist genau das der Anfang des Konzerts. Wir haben eine zu romantische Vorstellung von Harmonie. Alles passt, alles fließt, nichts hakt. Dabei entsteht Einklang oft nicht trotz der Verstimmung, sondern durch sie. Verstimmung ist ein Hinweis. Ein inneres Aua, ...
Dann wären wir nicht die Hauptfiguren, sondern Boden. Ein Gedanke, der zugleich entlastet und fordert. Entlastet, weil dieses ewige Ich Projekt, ich muss mich finden, ich muss mich heilen, ich muss mich erklären, kurz Ruhe gibt. Fordert, weil Bodenarbeit selten glamourös ist. Man steht da, wartet, hält aus. Und genau dort entscheidet sich, ob später etwas wächst. Wenn in unseren Herzen eine ...
Untergehen wäre dann kein Scheitern, es wäre ein Ortswechsel. Ein Verschwinden aus dem Blickfeld jener, die nur glauben, was im Scheinwerfer steht. Man geht unter wie die Sonne, nicht, weil sie aufgibt, sondern weil die Welt sich weiterdreht. Und irgendwo, hinterm Horizont, geht sie wieder auf, ohne großes Theater. Wir verwechseln das Untergehen gern mit Verlust. Dabei ist es nur eine stille ...
Dann wären wir keine zwei fertigen Figuren, die sich treffen, abgleichen, ergänzen und wieder auseinandergehen wie sauber sortierte Puzzleteile. Dann wären wir eher zwei Hände an einem Knoten. Nicht um ihn fester zu ziehen, aus Angst, es könnte etwas entgleiten. Vielmehr um ihn zu lösen, bis das Seil nicht mehr schneidet. Einander bedingen, um lose zu werden. Ein schöner Widerspruch. Und ...
Dann wäre Erwachen kein Sonnenaufgang mit sauberer Horizontlinie, sondern ein Faden, der aus dem Schmerz gezogen wird. Langsam. Unaufgeregt. Und auf ein mal merkst du: Der Faden ist die ganze Zeit da. Er steckte nur fest in Stellen, die du lange übergangen hast. Unsere Wunden, sagst du. Und gleich dahinter dieses Wort uneingestanden. Das ist der Schlüssel. Denn eingestandene Wunden haben ...
Dann wären wir Raketen mit Gedächtnisverlust. Elegant, schnell, beeindruckend in der Flugbahn, aber innerlich erstaunlich windanfällig. Denn ohne den Schatten einer geläuterten Vergangenheit fehlt nicht das Gewicht, das bremst, sondern die Tiefe, die trägt. Lichtgeschwindigkeit klingt nach Erlösung. Endlich weg. Endlich voran. Endlich diese herrliche Illusion: Wenn ich nur schnell genug bin, ...
Dann wäre der Schatten kein Makel mehr, kein dunkler Fleck auf der Tapete des Selbstbilds. Dann wäre er Resonanzraum. Ein dunkler Raum, in dem das Licht erst merkt, dass es Licht ist, weil es nicht dauernd in der eigenen Helligkeit ertrinkt. Der Schatten des anderen. Das klingt nach Bedrohung, nach Überlagerung, nach jemandem, der sich vor deine Sonne stellt. Aber oft ist es genau ...
Dann wäre das Ungefähre nicht der schlampige Kumpel der Wahrheit, der mit Kaffee auf dem Hemd zu spät zur Wirklichkeit kommt. Dann wäre es ihr heimlicher Beschützer. Einer, der nicht imponieren will, einer, der einfach neben dir geht und dafür sorgt, dass du nicht an der nächsten Ecke in deine eigenen Gewissheiten rennst. Das vermeintlich Gewusste dagegen tritt oft auf wie ein Ordnungshüter. ...
Dann wäre das Herz kein Haus mehr. Kein Flur, keine Tür die man nur halb öffnet, damit niemand merkt, wie sehr man hofft, dass doch jemand kommt. Es wäre auch kein Museum der alten Verletzungen, in dem man Besucher bittet, leise zu sein, weil sonst der Staub der Erinnerung herumwirbelt. Eine Lichtung ist etwas Unhöfliches, im schönsten Sinn. Sie hat keine Etikette. Sie fragt nicht nach ...
unterhält. sie ist glatt.sie läuft.sie lässt sich teilenund bestens vermarkten. sie passt sich an wie ein schuh, ohne druck. erkennbar an ihrer wiedererkennbarkeit.an vertrauten sätzen, schon warm, bevor man sie denkt. an gefühlen, die sofort sinn ergeben und genau deshalb nichts fordern. inszenierte spiritualität spricht den teil in uns an,der beschäftigt sein will. der erleben will, ohne ...









