Form wächst aus sich selbst, immer weiter,als suche sie eine Gestalt, die groß genug ist für ihre eigene Sehnsucht. Eine einzige Bewegung. Schweigen verdichtet sich.Schweigen brennt. Jede Falte trägt das Gewicht unbelebter Möglichkeiten. Ich sehe keine Wolkenmasse.Ich sehe einen Gedanken beim Entstehen. Noch ohne Bedeutung.Noch ohne Namen. Ein Kosmos in Miniatur.Ein Gebirge aus Sekunden. Eine ...
Unter jedem Himmel liegt ein weiterer Himmel.Unter jedem Spiegel ein weiterer Spiegel.Die Welt vervielfältigt sich in lautlosen Wiederholungen. Etwas gleitet durch die Helligkeit.Als Gedanke, den das Wasser für einen Augenblick angenommen hat. Ich sehe das Zögern der Wirklichkeit.Ein leichtes Schwanken zwischen Sein und Erinnerung. Hat die Welt ihren Traum vergessen? Irgendwo versinkt eine ...
Manchmal denke ich,das Innere der Dingeist größer als ihr Äußeres. Ein Stein enthält ganze Nächte.Ein Augenblick enthält Jahrhunderteund die Entfernung zwischen zwei Gedankenübertrifft die Entfernung zwischen Sternen. Irgendwas träumt unter der Wirklichkeit. Nicht in den Dingen.In ihrem Schweigen. Die Stunden hängen wie unsichtbare Früchte an einem Baum,der aus Vergessen wächst.Niemand ...
wir benennen zeit,als hätte sie einen namen. dabei zieht sie durch gegebenheiten,wie wasser durch einen stein. manchmal sehen wir unser spiegelbildeinen augenblick zu spät. als käme jemand zurück,der wir mal gewesen sind. zwischen gestern und morgen liegt kein weg.nur diese dünne haut aus vorstellungen. es geht nicht darum ein anderer zu werdennur darum, den eigenen umriss nicht festzuhalten. ...
ein irrtum bleibt zurück wie ein stuhl nach dem besuch eines fremden.nichts fordert verteidigung.nichts fordert erinnerung. hände tragen spuren unsichtbarer stunden.ein falscher schritt verändert den staub auf dem boden, nicht den himmel.der himmel verliert nichts. ich denke an die stille würde des weitergehens.an türen, die sich ohne hoffnung öffnen.an das geräusch eines gedankens, der ...
Ein Mensch am Fenster, der seit Jahren nicht mehr hinausgegangen ist und trotzdem jede Bewegung der Straße kennt. Er hat Staub auf den Schultern und eine beinahe höfliche Traurigkeit, als hätte er sich längst daran gewöhnt, übersehen zu werden. Es gibt Menschen, die sich aus der Welt zurückziehen, und andere, die von ihr langsam vergessen werden. Dazwischen liegt ein Zimmer. Ein Bett, das die ...
αnnø-nÿm — Kallā (fullmoon-april 2026). Five ambient electronica miniatures. Minimal textures, no excess. Sixteen minutes of no expectations. „Kallā,“ from Sanskrit, means „nevertheless,“ „despite everything,“ „everlasting.“ A subtle affirmation in the background. It always continues, even as it changes, dissolves, yields. This album moves precisely there: between form and dissolution, ...
Ein Versprechen, das man freiwillig gegeben hat, macht aus der Wahl eine Form. Nicht mehr tausend Optionen, sondern eine Richtung. Und das kann sich plötzlich anfühlen wie keine Wahl mehr, obwohl es ursprünglich die freieste Bewegung ist. So ein Versprechen beginnt oft leicht. Ein Ja, das warm ist, ein Blick, ein Satz, manchmal nur eine stille Zustimmung. Und erst später merkt man, wie ernst ...
Es bleibt zuerst etwas, das wir selten aushalten: Stille ohne Kulisse. Wenn wir alles loslassen, fällt nicht nur Ballast. Es fallen auch Erklärungen. Die kleinen Namensschilder, mit denen wir uns durchs Leben bewegen: so bin ich, so war es, so muss es sein. Loslassen heißt: keine Hand mehr am Geländer, während man noch nicht weiß, wie die Treppe weitergeht. Und genau da, zeigt sich, was ...
Diese Frage zeigt, dass Liebe nicht eine Gefühlspfütze ist, in die man tritt und dann wird alles hell und klar. Sie ist Weg. Praxis. Etwas, das man lebt, nicht besitzt. Liebe zu leben heißt zuerst sie nicht mit der warmen Illusion zu verwechseln, die am Anfang über allem liegt. Dieses Licht zum Anfang ist schön, keine Frage. Aber seine Stärke beweist sich nicht im Leuchten, sondern im ...









