oberfläche in wellen
schmuck aus licht,
jede welle macht eine geschichte sichtbar,
die sofort wieder ins dunkel zurückrutscht.
eine bewegung,
die keine eile kennt.
das wasser schiebt kleine falten vor sich her.
so, als wäre alles gesagt.
sprache wohnt in wellenfalten.
schwerelose leichtigkeit.
alles schiebt, nichts bricht.
reflexe wie gedanken,
die zu müde zum sprechen sind.
in diesen reflexionen von licht lässt sich gedult erkennen.
eine geduld, die akzeptiert,
die sich in kleinen rhythmen verliert.
zeit fließt in zähflüssigen sekunden.
die einzelheiten sind so zahlreich,
dass sie bedeutung neutralisieren.
es ist die erkenntnis,
dass vieles nur durch verzögerung sichtbar wird,
dass die seiten eines moments sich erst entfalten,
wenn man ihnen erlaubt,
langsam zu werden.
das wasser verliert nie die richtung, es dehnt sich aus.
jede wellenlinie als satz,
der nicht vollständig ausgesprochen wird.
in der lücke zwischen zwei wörtern,
wohnt das eigentliche.
was bleibt ist die pause,
als zartes verweilen auf der haut der dinge,
eine kunst des geringen aufwands mit maximaler tiefe.
es heißt, das leben geht weiter,
ob man nun sprintet oder verweilt
und so übersetzt das verweilen bewegung in stille.
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text u. bild m.w.
